Impfungen

Grundsätzliches

Man unterscheidet zwischen einer passiven und einer aktiven Impfung. Unter einer passiven Impfung versteht man die Verabreichung von Abwehrstoffen (sog. Antikörper). Die wohl bekannteste Form der passiven Impfung ist die Verabreichung von Antikörpern an Welpen über die Muttermilch. Die Welpen bekommen einen bedingten Schutz, solange sie noch kein ausgereiftes Immunsystem haben. Derweitergegebene Schutz kann natürlich nur so gut sein, wie der Immunschutz der Mutter. Der entstehende Immunschutz hält so lange vor, bis die Antikörper abgebaut werden – in der Regel 14 Tage. 

Unter einer aktiven Impfung versteht man die Verabreichung von abgeschwächten oder abgetöteten Erregern, die dazu führen, dass das Immunsystem sich eine eigene Immunität aufbaut, ohne wirklich krank zu werden. In einigen Fällen kann dabei eine äußerst milde Form der Erkrankung auftreten, die jedoch in der Regel nicht behandelt werden muss. Die Dauer des Immunschutzes ist meist sehr variabel und von Erkrankung zu Erkrankung unterschiedlich. 

Eine Impfung sollte nur an gesunden Tieren vorgenommen werden. Daher ist eine klinische Untersuchung vor einer Impfung unabdingbar. Diese kann zwar nicht garantieren, dass der Impfling nicht gerade eine Erkrankung ausbrütet, kann jedoch einen Überblick über den Gesundheitsstatus erheben. Eine Entwurmung vor einer Impfung ist ratsam.

 

Impfschema

Unsere Impfschemata befinden sich momentan im Umbruch. So wurde die Tollwutverordnung dahingehend geändert, dass nicht mehr nur ein einjähriger Impfschutz akzeptiert wird, sondern die Angaben des Herstellers im Beipackzettel.

Entscheidend für das verlängerte Grundintervall ist eine ausreichende Grundimmunisierung.

Wir halten uns bei unserem Impfschema im Wesentlichen an die Empfehlungen der Justus-Liebig-Universität in München.


Grundimmunisierung

Wissenschaftlich gibt es im Moment keine Grundlage dafür, das Schema der Grundimmunisierung zu verändern. Dies sieht für den Hund wie folgt aus:

 

Im Alter von

6 Lebenswochen

Welpenimpfung Staupe, Parvovirose (S/P) – nach Infektionsdruck

8 Lebenswochen

Staupe, Hepatitis contagiosa canis (ansteckende Leberentzündung), Parvovirose , Leptospirose  (SHPL)

3 Lebensmonaten

Staupe, Hcc, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut (SHPLT)

16 Lebenswochen

Staupe, Hcc, Parvovirose, Leptospirose (SHPL)

15 Lebensmonaten

Staupe, Hcc, Parvovirose, Leptospirose,Tollwut (SHPLT)

 

Es gibt immer noch Länder die bei Einreise die Vorlage eines sog. Tollwuttiters verlangen (Höhe der Antikörper, die nach Impfung gegen Tollwut gebildet wurden). In einigen Fällen gilt dies auch für eine Wiedereinreise in die EU. (www.petsontour.de) .Wenn solche Reisen geplant sind, sollte bei der 3. Nachimpfung mit 16 Lebenswochen in jedem Fall die Tollwutimpfung wiederholt werden, da sonst im ersten Jahr häufig nicht der für die Einreise nötige Tollwuttiter erreicht wird. Daneben gibt es auch Länder die nur einen einjährigen Impfschutz gegen Tollwut akzeptieren (USA – zumindest einige Bundesstaaten). Bitte informieren Sie sich rechtzeitig vor Reiseantritt.

Darüber hinaus gibt es noch Impfungen gegen Borreliose, Herpesinfektionen und Impfungen gegen Mikrosporie. Die Notwendigkeit der oben genannten Impfungen ist sehr individuell. Sie sollte daher im persönlichen Gespräch geklärt werden. Eine genaue Besprechung würde den Rahmen dieser allgemeinen Impfempfehlungen sprengen.

Auch erwachsene Tiere sollten bei einer Erstimpfung zweimal im Abstand von 4 Wochen im Sinne einer Grundimmunisierung gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Katzenseuche (Parvovirose) geimpft werden.

Seit einigen Jahren gibt es einen erweiterten Impfschutz gegen Leptospirose (L4). Wenn die Impfung vom alten auf den neuen Impfschutz umgestellt werden soll, so ist auch hier eine Nachimpfung gegen Leptospirose (L4) notwendig. Erfolgt diese Nachimpfung nicht, so greift nur der „alte“ Impfschutz. Wir verwenden in unserer Praxis ausschließlich den erweiterten Impfstoff L4.

 

Für die Katze sieht das Schema zur Grundimmunisierung folgendermaßen aus:

Im Alter von

8 Lebenswochen

Katzenschnupfen, Katzenseuche (Panleukopenie) – (RCP)

3 Lebensmonaten

Katzenschnupfen, Katzenseuche (Panleukopenie) und bei Freigängern Tollwut (RCP + T)

16 Lebenswochen

Katzenschnupfen, Katzenseuche (Panleukopenie) und bei Freigängern Tollwut (RCP + T) - fakultativ

15 Lebensmonaten

Katzenschnupfen, Katzenseuche (Panleukopenie) und bei Freigängern Tollwut (RCP + T)

 

Bitte beachten Sie: auch Wohnungskatzen sollte man gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche Impfen, da die Erreger dieser Erkrankung durch passive Vektoren in die Wohnung hineingetragen werden können.

Darüber hinaus gibt es noch Impfungen gegen Leukose und FIP (Ansteckende Bauchwassersucht). Ähnlich wie bei den Impfungen gegen Borreliose, Herpesvirus und Mikrosporie sind die Empfehlungen hier sehr individuell und würden den Rahmen dieser allgemeinen Impfempfehlungen sprengen. Wir beraten Sie jedoch gerne.

Auch erwachsene Tiere sollten bei einer Erstimpfung zweimal im Abstand von 4 Wochen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche grundimmunisiert werden. 

 

Nachimpfungen/Auffrischimpfungen

Bitte beachten Sie: auch Wohnungskatzen sollte man gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche Impfen, da die Erreger dieser Erkrankung durch passive Vektoren in die Wohnung hineingetragen werden können.

Darüber hinaus gibt es noch Impfungen gegen Leukose und FIP (Ansteckende Bauchwassersucht). Ähnlich wie bei den Impfungen gegen Borreliose, Herpesvirus und Mikrosporie sind die Empfehlungen hier sehr individuell und würden den Rahmen dieser allgemeinen Impfempfehlungen sprengen. Wir beraten Sie jedoch gerne.

Auch erwachsene Tiere sollten bei einer Erstimpfung zweimal im Abstand von 4 Wochen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche grundimmunisiert werden. 

 

Warum sollte ich impfen?

Impfen ist und bleibt bei einigen Erkrankungen die einzige Möglichkeit, Ihr Tier zu schützen, da es keine Behandlung gibt oder eine Behandlung kostenintensiv mit ungewissem Ausgang, bzw. mit Spätschäden (z.B. Staupe, Parvovirose) ist. 

Zu guter letzt noch ein ganz wichtiger Aspekt: Nur wenn ca. 70-80% einer Population/eines Tierbestandes geimpft sind, besteht ein wirksamer Schutz für alle Tiere vor ausbrechenden Epidemien. Die Impfrate in Deutschland liegt deutlich darunter. Ein effektiver Schutz für alle Tiere kann daraus nicht resultieren.

 

Der Impferfolg ist der Feind der Impfung.

Eine sich durchsetzende Impfmüdigkeit könnte zum erneuten Aufflackern von besiegt geglaubten oder zurückgedrängten Erkrankungen führen (Tollwut, Leukose, Staupe, Katzenseuche usw.). Diphterie aus der Humanmedizin oder die Masern sind treffende Beispiele dafür, dass Impfmüdigkeit das Wiederkehren einer durch Impfung besiegt geglaubten Erkrankung fördern kann. Auch der Import von Hunden aus dem nicht tollwutfreien Ausland birgt Gefahren. Vor einigen Jahren erst brachte ein Hundeimport 2 Todesopfer durch Tollwut.

 

Schade ich meinem Tier mit der Impfung?

Immer wieder geistern durch die Presse Berichte über das Impfen und dessen Schädlichkeit. Impfkritiker hat es schon immer gegeben, und wird es immer geben. In der Humanmedizin kann man ein Lied davon singen und sie haben einen erheblichen Anteil an der zu beobachtenden Impfmüdigkeit. Inzwischen haben sich auch renommierte Blätter des Themas angenommen („Impfen bis zum Umfallen“ in der FAZ vom 12.01.2003). Fundierte wissenschaftliche Recherchen finden zumeist jedoch nicht statt. Dabei findet man sogar so abstruse Behauptungen, dass Bakterien keine Erkrankungen verursachen und Viren niemals gefunden wurden - daher seien auch Impfungen unnütz, wenn nicht sogar schädlich. Der Leser möge sich ein eigenes Urteil bilden.

Das Auftreten von Impfschäden liegt deutlich niedriger als alle bekannten Risiken, Nebenwirkungen und Schäden durch die Erkrankung selbst. Zudem ermöglicht der Einsatz hochmoderner Impfstoffe und neue wissenschaftliche Erkenntnisse, auf mehrjährige Impfintervalle zurückzugreifen.