Zahnbehandlungen und Korrekturen

Mit zunehmendem Lebensalter unserer Haustiere gewinnt auch die Zahngesundheit immer mehr an Bedeutung.

Hunde und Katzen neigen wie wir Menschen zu Zahnsteinbildung und Paradontalerkrankungen, die zu Zahnschmerzen und schließlich zum Verlust der Zähne führen können. Die bakterielle Belastung durch die Zahnbeläge und den Zahnstein können zu Schädigungen der Herzklappen führen. Alles in allem also kein kleines, lokales „Zahnproblem“

Nicht wenige Katzen neigen zu einer Erkrankung, die man heute FORL (Feline  Odontoklastische Resorptive Läsionen) nennt. Die Ursachen hierfür sind unklar – Funde an (fossilen) Wildkatzenskeletten haben jedoch gezeigt, dass diese Erkrankung auch in alten Wildkatzenpopulationen bekannt ist, wenn auch nicht in dieser Häufung.  Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die zur Dekalzifizierung der Zahnhartsubstanz, meist am Zahnhals, jedoch auch an der Zahnwurzel und Zahnkrone führt. Die Zähne des Unterkiefers sind häufiger betroffen als die des Oberkiefers. Dies führt zu einer punktuellen Zerstörung der Zähne – es entstehen Löcher, die wenn sie die Pulpahöhle (hier verläuft der Nerv des Zahnes) erreichen sehr schmerzhaft sind. Die Zähne können auch abbrechen und durch die entstehenden spitzen Enden entwickeln sich dann Zahnfleischentzündungen. Es handelt sich bei der Erkrankung nicht um Karies, auch wenn die Erscheinungsform recht ähnlich ist. Früher nannte man diese Erkrankung daher auch fälschlicherweise Katzenkaries. Eine andere (veraltete) Bezeichnung ist „Neck leasions“. Da man heute mehr über die Vorgänge bei dieser Zahnerkrankung weiß, ist man von diesen alten Bezeichnungen jedoch gänzlich abgekommen. Die Erkrankung ist nicht heilbar, Studien haben jedoch gezeigt, dass regelmäßige Zahnhygiene das Fortschreiten offensichtlich zeitlich hinauszögern kann.

Es empfiehlt sich also, durch regelmäßige Zahnhygienemaßnahmen Schäden am Gebiss nachhaltig zu reduzieren. Nach unserer professionell in Narkose durchgeführten Zahnsanierung durch Ultaschallscaler und anschließender Politur wird auch Hunden und Katzen heute empfohlen, sich regelmäßig die Zähne putzen zu lassen – bzw. über spezielle Futtermittel die Entstehung von Zahnbelägen und Zahnstein zu reduzieren.

Zunehmend bieten Hundepflegesalons eine „professionelle Zahnreinigung mittels Ultraschall“ an. Dabei wird betont, dass diese Zahnreinigung für die Tiere ohne Narkose erfolgt, weil Narkosen angeblich Nebenwirkungen hätten und schädlich für die Tiere sein könnten. Das veranlasste die „Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz“ und die „Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde“ und den „Bundesverband praktizierender Tierärzte“ ein Merkblatt zu erarbeiten, um der Öffentlichkeit sachliche Informationen über eine medizinisch korrekte professionelle Zahnreinigung zu geben. Auch Amtstierärzten soll dieses Merkblatt gesicherte Informationen liefern, um gezielt gegen tierquälerische Handlungen in den Hundesalons vorgehen zu können.

Download des Merkblattes

Auch Nagetiere werden von Zahnproblemen nicht verschont. Anders als bei Hund und Katze gilt hier das Hauptproblem jedoch der Tatsache, dass Nagetiere lebenslang wachsende Zähne haben (die Zahnwachstumsgeschwindigkeit nimmt mit dem Alter zu). Durch falsche Ernährung oder Kieferfehlstellungen kommt es nicht selten zu einem falschen Abrieb und zur Entstehung von Zahnspitzen, die sich dann schmerzhaft in Zunge oder Wangen bohren. Die Patienten fressen dann nicht mehr. Regelmäßige Zahnkontrollen sind sinnvoll, um solche Schäden frühzeitig zu erkennen und weitere Schäden abzuwenden. Nach neuesten Erkenntnissen sollten derartige Zahnkorrekturen beim Nagetier in Narkose erfolgen.